Columbus in Georgia
Sehenswürdigkeiten in den Südstaaten
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Columbus in Georgia

Europäisches Flair, Coca Cola Space Center, Opernhaus und Literatur

Columbia, Georgia © Copyright Cornelia Lohs
Columbus, Georgia © Cornelia Lohs

Columbus, die drittgrößte Stadt Georgias, die nur durch eine Brücke über den Chattahoochee River vom Nachbarstaat Alabama getrennt ist, wird von Reiseführern generell vernachlässigt. Zu Unrecht, denn Columbus hat einiges zu bieten.

So zum Beispiel das zur Columbia State University gehörende Coca Cola Space Science Center, wo man mit Flugsimulatoren ins All fliegen kann; die Oper - das 1871 von dem aus dem Elsass eingewanderten Franz-Josef Springer gegründete Springer Opera House, das 1971 vom damaligen Gouverneur und späteren Präsidenten Jimmy Carter zum Staatstheater Georgias ernannt und 1978 unter Denkmalschutz gestellt wurde; ein eigenes Sinfonieorchester, das Columbus Symphony Orchestra, das 1855 von dem Mendelssohn-Schüler Herman S. Saroni ins Leben gerufen wurde und das dritte Sinfonieorchester ist, das in den USA gegründet wurde - das Orchester, derzeit unter der Leitung von George Del Gobbo, spielt seine Sinfonien am "RiverCenter for the Performing Arts" am Broadway in Columbus. Ebenfalls sehenswert sind die Museen, das "Columbus Museum" sowie das "National Civil War Naval Museum" und natürlich das historische Stadtviertel, in dem die für die Südstaaten typischen prächtigen Herrenhäuser aus dem 19. Jahrhundert stehen.

Columbia, Georgia © Copyright Cornelia Lohs
Columbus, Georgia © Cornelia Lohs

Europäisches Flair im tiefen Süden der USA

Die Innenstadt von Columbus wirkt sehr europäisch - die roten Backsteingebäude erinnern an England. Auch die Cafes sind so, wie man sie aus Europa kennt, klein und gemütlich, ohne die typische amerikanische "Coffee-to-go-Hektik" und ohne die Kellner, die ständig fragen "Are you all set?" in der Hoffnung, dass man den Tisch für den nächsten Kunden frei macht, denn "time is money!" Hier kümmert sich keiner darum, wie lange man an einem Tisch sitzt und wie "wenig" man bestellt. Die Gäste sitzen an den kleinen Tischen und lesen, arbeiten am Computer oder unterhalten sich, ganz wie man es "back home in Germany" gewöhnt ist. Es mag vielleicht daran liegen, dass sich Columbus im tiefsten Süden befindet - dort, wo der Lebensrhythmus langsamer ist als anderswo in den USA.

Carson McCullers, die berühmteste Tochter der Stadt

Viele Straßen und Gebäude in Columbus kennt man vor allem aus den Romanen von Carson McCullers. McCullers, die mit ihrem Roman "The Heart is a Lonely Hunter" (Das Herz ist ein einsamer Jäger) als Dreiundzwanzigjährige über Nacht nicht nur in den USA zu Ruhm gelangte, wurde 1917 als Lula Carson Smith in Columbus geboren. In dem Buch, das von der Revolte des Menschen gegen seine innere Isolation handelt, von Außenseitern, die vergeblich einen Ausweg aus ihrer Einsamkeit und Sprachlosigkeit suchen, wird Columbus als hässliche und heiße Industriestadt mitten im tiefen Süden dargestellt, aus deren Enge die dreizehnjährige Mick, eine der fünf Hauptcharaktere des Buches, die klassische Musik liebt und von einer Karriere als Musikerin träumt, gerne ausbrechen möchte.

Wie Carson McCullers selbst, die von einer Karriere als Konzertpianistin träumte, aufgrund von Geldproblemen jedoch kein Musikstudium an der Universität aufnehmen konnte. Stattdessen brach sie als Siebzehnjährige allein nach New York auf, um an der Columbia University Kurse in kreativem Schreiben und Philosophie zu belegen. McCullers erzählt in ihrem Erstlingsroman die trostlose Geschichte dieser fünf Menschen einfühlsam und schwermütig in Episoden, wobei sich die realistische Darstellung mit den Mustern musikalischer Kompositionen verbindet.

Columbia, Georgia © Copyright Cornelia Lohs
Columbus, Georgia © Cornelia Lohs

Carson McCullers Center for Writers and Musicians

Das Carson McCullers Center for Writers and Musicians, auch das Smith-McCullers House Museum genannt, das in McCarsons Elternhaus untergebracht ist, befindet sich in der Stark Avenue Nr. 1519, im historischen Viertel von Columbus. Es ist dem kurzen Leben und Schaffen der Schriftstellerin, die nur 50 Jahre alt wurde, gewidmet. McCullers war seit ihrer Kindheit von Krankheiten gezeichnet. Mit 14 litt sie an rheumatischem Fieber, hatte immer wieder schwere Infektionskrankheiten, die sie ans Bett fesselten und im Alter von 30 hatte sie kurz nacheinander zwei Schlaganfälle, die sie teilweise lähmten, so dass sie nie wieder ohne Stock gehen konnte. Sie schrieb fünf Romane, zwanzig Kurzgeschichten und mehrere Theaterstücke. Tennessee Williams nannte sie "eine der bedeutendsten Autorinnen der Welt". Vier ihrer Romane, darunter "Das Herz ist ein einsamer Jäger" wurden verfilmt.

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