| USA | New York |
East Village, New York City
Das beliebte Szeneviertel in Manhattan
St. Marks-in-the-Bowery, für New Yorker das Wahrzeichen des East Village
St. Marks im East Village in New York City © Cornelia Lohs
Inmitten des manchmal sehr hektischen East Village, an der Kreuzung der 10. Straße und der 2. Avenue befindet sich der Eingang zu St. Marks-in-the-Bowery. Die kleine Episkopalkirche mit dem zierlichen Türmchen ist nicht nur eine der ältesten Kirchen Manhattans, sondern auch eine der interessantesten, denn sie ist ein Zentrum für Veranstaltungen, insbesondere Dichterlesungen, die hier regelmäßig stattfinden. 1660 vom damaligen Gouverneur Neu-Amsterdams, dem Holländer Peter Stuyvesant, als Kapelle erbaut, wurde sie 1799 zur heutigen Kirche umgebaut. Stuyvesant und seine Nachfahren liegen auf dem Friedhof hinter St.Marks-in-the-Bowery begraben.
Die Kirche der Dichter im East Village
Im hektischen East Village, einst Mittelpunkt der New Yorker Subkultur und heute populäres Szeneviertel, ist diese im georgischen Stil erbaute Kirche so etwas wie ein ruhender Pol. Neben Gottesdiensten finden seit 1966 wöchentlich Dichterlesungen und Performances statt. Die Tradition der Tanzvorführungen lässt sich bis in die 1920er Jahre zurückverfolgen. Damals tanzten hier Isadora Duncan und Martha Graham. Zu den Dichtern, die ihre Werke vortrugen, gehören Robert Lowell, Allen Ginsberg, Frank O'Hara, John Ashbery, Amiri Baraka, Adrienne Rich und Galway Kinnell. Besonders der 1997 in New York verstorbene Dichter der Beat Generation, Allen Ginsberg, trat hier in regelmäßigen Abständen auf.

Indianische Statue © Cornelia Lohs
Das ehemalige "Kleindeutschland" New Yorks
Um 1850 war das East Village mit Biergärten, Sport- und Schützenvereinen, Schulen und Kirchen das Zentrum deutscher Migrationskultur und mit 370.000 Menschen die größte deutsche Auslandsgemeinde. Das Village war allgemein als Little Germany bekannt, bis viele für die Gemeinschaft wichtige Personen bei der General-Slocum-Katastrophe 1904 ums Leben kamen und das Zentrum im Jahr darauf zerfiel. Immigranten aus Osteuropa übernahmen die Wohnungen und bildeten bald die Mehrheit. Durch Ausschüttungen im East River wurde das Viertel kontinuierlich nach Osten erweitert. Zahlreiche russische und ukrainische Restaurants erinnern an diese Zeit.
Gedenktafeln © Cornelia Lohs
Beatniks, Andy Warhol, Punkrock und postmoderne Kunst
Durch den Einzug der Beatniks in den 1950er Jahren wurde das Viertel für Hippies, Musiker und Künstler attraktiv, die sich dort ab 1960 niederließen. Es entwickelte sich eine lebendige Musik- und Kulturszene. Andy Warhol organisierte 1966 eine Reihe von Shows, unter musikalischer Begleitung von Velvet Underground. Die Diskothek CBGB erlangte durch den Punkrock eine überregionale Bekanntheit. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren wurde die Performance-Kunst maßgeblich durch die Theater im Viertel beeinflusst. Die Galerien verhalfen zahlreichen postmodernen Künstlern zum Erfolg, darunter Keith Haring, Jean-Michel Basquiat und Jeff Koons.
Das populärste Stadtviertel Manhattans
Auch wenn das East Village seit den 1980er Jahren tendenziell einen Rückgang der freien Kunst- und Kultureinrichtungen verzeichnet, ist es heute ein populäres Stadtviertel mit vielen Parkanlagen und zahlreichen Museen, Bibliotheken, Theatern, Geschäften, gemütlichen Restaurants, Cafés und Teehäusern, in denen man stundenlang verweilen könnte. Die New York University hat im Bezirk ihren Sitz. Es finden mehrere Musikfestivals im Jahr statt, darunter ein überregional bekanntes Jazz-Festival.
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Text und Fotos © Copyright Cornelia Lohs Text und Fotos dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin veröffentlicht werden.

