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New York City Sightseeing: Ein Spaziergang durch Manhattan's Szeneviertel SoHo
SoHo am Morgen © Cornelia Lohs
Ein Spaziergang durch SoHo ist für mich am frühen Morgen am schönsten, wenn die Straßen noch leer, ich wegen Jetlag sowieso nicht schlafen kann und das ganze Viertel für mich hat. Um diese Zeit muss ich nicht ständig den dickbäuchigen Lastwagen ausweichen, die die Bürgersteige vor den kleinen Läden, Restaurants und Cafés versperren, um Kisten, Fässer, Papierrollen oder sonstiges ein- oder auszuladen. SoHo, von "South of Houston Street" abgeleitet, ist mit seinen alten Gebäuden eines der schönsten Viertel Manhattans, dessen Kern, der Cast-Iron Historic District, aufgrund der besonderen in der amerikanischen Gründerzeit 1840-1890 entwickelten Gusseisenbauweise der Lager- und Fabrikgebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde.
SoHo: Vom Slum zum Künstlerviertel New York Citys
SoHo im heutigen architektonischen Erscheinungsbild entstand zwischen 1850 und 1890, als dessen wohlhabende Bevölkerung zunehmend in die nördlicheren Stadtteile Mannhattans zog und die Textilindustrie Produktions- und Lagerstätten in SoHo errichtete. Bald entwickelte sich die Gegend zu einem heruntergekommenen Slum, der von Fabrikarbeitern bewohnt wurde, die in den sogenannten "Sweatshops" unter schlechten Bedingungen und zu Niedriglöhnen arbeiteten. Als in den 1960er Jahren diese Umstände durch neue Arbeitsvorschriften beendet wurden, führte dies zu einer Massenflucht der Produktionsstätten aus SoHo und führte damit zu einer weitgehenden Verweisung des gesamten Bezirks.

Straßen von SoHo © Cornelia Lohs
Die leer stehenden Fabrikgebäude wurden im Laufe der 1960er Jahre von jungen Künstlern bezogen, denn hier fanden sie, was sie suchten: Platz, Licht und niedrige Mieten. In den geräumigen, offenen Etagen richteten sie Ateliers und Loftwohnungen unter vorerst provisorischen Umständen ein. Durch aufwändige Sanierung entstanden daraus in den 1970er und achtziger Jahren teuere Wohn- und Gewerberäume, deren Mieten heute zu den höchsten in New York zählen.
Das SoHo der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts
Damals trafen sich in den teils leer stehenden Fabriketagen Protagonisten der Experimentalfilmszene, um Zusammenkünfte mit Dichterlesungen, Happenings, und Performance-Kunst abzuhalten. Auch avantgardistische Jazz-Musiker fanden hier ein Zuhause und zahlreiche Jazz-Clubs entstanden. Die Zeit der Avantgarde endete gegen Ende der 1970er Jahre, als die Clubs kommerzieller wurden und SoHo für "die Szene" zu teuer wurde. Von der Atmosphäre, die sich die Künstler damals schufen, um animiert arbeiten zu können, ist nicht allzu viel übrig geblieben. Die Kunstszene ist längst keine Elite mehr, sie ist mittlerweile zu einer Industrie geworden. Viele Künstler haben SoHo verlassen und sind nach Tribeca gezogen.

SoHo, kunterbuntes Szeneviertel © Cornelia Lohs
Das heutige SoHo: Museen, Galerien und Antiquitäten in New York City
Auch wenn es längst kein Künstlerviertel mehr ist, hat SoHo noch immer dieses Flair. Weit über hundert, meist avantgardistische Galerien und zahlreiche Antiquitätenhändler residieren hier sowie das "New Museum of Contemporary Art" und das "Museum Of African Art". Zwischen den Galerien finden sich viele kleine gemütliche Cafés im europäischen Stil, wo man ausgezeichneten italienischen Kaffee und in einigen sogar Kaffee nach Wiener Kaffeehausart bekommt, was in den USA eher eine Seltenheit ist. Aber der Reiz von SoHo sind die alten Gebäude, die "Cast Iron Buildings" im Historic District, mit dem Zickzack ihrer Feuerleitern vor den Fenstern und den altertümlichen Wassertürmchen auf den Flachdächern – die schönsten amerikanischen Gebäude des 19. Jahrhunderts.
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