Sehenswürdigkeiten in New York
USA New York

Denkmal in New York - Afrikanisches Kulturerbe am Broadway

African Burial Ground, New York City © Daniela Nowak
African Burial Ground, New York City
© Daniela Nowak

Im südlichen Manhattan befindet sich eine Sehenswürdigkeit, die nur wenig bekannt ist. Ein afrikanischer Friedhof lag Jahrhunderte lang unter den Bürogebäuden von Lower Manhattan buchstäblich begraben. 1991 wurden die sterblichen Überreste von afrikanischen Sklaven aus dem 17. und 18. Jahrhundert entdeckt. Beim Bau eines neuen Regierungsgebäudes wurden Skelette exhumiert, welche gemäß der aktuellen Gesetzeslage forensisch untersucht wurden. Aufgrund von lauten Protesten der afro-amerikanischen Bewohner des Big Apples, wurde der Bau des mit 34 Stockwerken geplanten Gebäudes vorübergehend eingestellt, um die afrikanische Vergangenheit Manhattans näher zu erforschen.

Menschliche Funde unter New York

Die sterblichen Überreste von New Yorks Sklaven wurden in Schichten übereinander beerdigt, ohne Grabstein, ohne Kennzeichnung der jeweiligen Gräber. Zur damaligen Zeit war es Menschen mit afrikanischer Herkunft nicht erlaubt ihre Verstorbenen auf regulären Friedhöfen, wie dem der nahe liegenden Trinity Church, zu beerdigen. Deshalb wurden sie auf einem 1.400 Quadratmeter großen Areal am südlichen Broadway bestattet, was mit der Zeit in Vergessenheit geriet.

Nicht nur zahlreiche Särge mit Skeletten wurden ausgegraben, auch die Grabbeigaben der in den Gräbern wurden analysiert, welche Schlüsse auf die Beerdigungsriten der Sklaven zulassen: bunte Perlen, kleine Schmuckstücke, oder Beigaben und Schnitzereien, die an die Heimat in Afrika erinnern.

Afrikanische Beerdigungsszene © Daniela Nowak
Afrikanische Beerdigungsszene © Daniela Nowak

Sklaven von New York City

Zuerst wurden um die 400 Skelette gefunden, aufgrund der Größe des Areals und der mehrfachen Schichtungen, werden aber mehrere Zehntausend bestattete Sklaven vermutet. Und so wurden die Skelette an der Howard University in Washington, D.C., untersucht, wobei man sich erhofft, mehr über die Lebensumstände der afro-amerikanischen Bevölkerung in New York zur Zeit der Sklaverei herauszufinden. Die Forscher entdeckten Mangelerscheinungen anhand der Zähne und der Knochen und auch Verletzungen und Abnutzungen, hervorgerufen durch die schwere Arbeit in Sklaverei.

Denkmal Sklavenfriedhof New York City<br> © Daniela Nowak
Denkmal Sklavenfriedhof New York City © Daniela Nowak

Wie die Nachfahren der New Yorker Sklaven mit ihrer Vergangenheit umgehen

Der Bau des Verwaltungsgebäudes sollte ursprünglich nahtlos weitergehen. Doch die afro-amerikanischen Einwohner von New York protestierten. Sie wollten ihre Vergangenheit aufklären. Sie forderten die Untersuchung der Funde und den Verzicht auf den Bau des Gebäudes. Nach einigen Streitereien einigten sich beide Parteien auf einen Kompromiss: das Gebäude wurde fertiggestellt, ein Besucherzentrum im Erdgeschoß eingerichtet, und ein schlichtes, schönes Denkmal im Außenbereich erinnert an den Sklavenfriedhof.

Handschellen für Sklaven © Daniela Nowak
Handschellen für Sklaven © Daniela Nowak

Nationalmonument der Afroamerikaner von New York

1993 wurde der African Burial Ground zum National Historic Landmark erklärt. Heute ist ein informativ gestaltetes Besucherzentrum an das Denkmal angeschlossen, welches vom National Park Service betreut wird. An der Ecke Duane und Elk Street werden interessante Exponate, eine nachgestellte Beerdigungs-Szene, sowie Skizzen der entdeckten Gräber gezeigt. Die Basisinformation wird zudem mit einem eigens gestalteten Film untermauert. Und obwohl diese historische Sehenswürdigkeit weniger bekannt ist, ist sie auf jeden Fall einen Besuch wert. Das steinerne Denkmal an der Außenseite des Gebäudes ist mit afrikanischen Zeichen versehen und steht für die afro-amerikanische Geschichte New Yorks.

Der Sklavenfriedhof von New York befindet sich in der Duane Street Ecke Elk Street: Broadway New York, NY 10007, Telefonnummer 212-637-2019 (African Burial Ground National Monument National Park Service). Dienstag bis Samstag 10-16 Uhr, geschlossen an allen nationalan Feiertagen. Man muss wie bei vielen Nationalpark Service Einrichtungen durch die Security durch. Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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Text und Fotos © Copyright Daniela Nowak. Text und Fotos dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin veröffentlicht werden.

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